05.01.2006 Alfeld, Treff
New Years Mosh
Seit langem beklagen sich „die Hardcorer“, dass es im Treff in Alfeld so wenige (keine) Konzerte zum abmoshen gibt. Jetzt haben sie in Form des NEW YEARS MOSH endlich eines bekommen. Und dieses besondere Konzert hat es auch verdient stattzufinden, denn das Treff war zum Auftakt 2006 mal wieder ordentlich gefüllt. Wenn diese Masse auch stark an die Seite gedrängt wurde, aber dazu kommen wir noch...
Die Alfelder AND STILL I BLEED machten den Anfang. Der leichte Emo-Einschlag, der sich inzwischen in ihre Musik eingeschlichen hat, machte sie für mich persönlich zur Band des Abends. Zwar ist Jaspers Stimme nicht die, die den Cleangesang erfunden hat, dennoch war es erfrischend, einmal Gesang zwischen Geschrei zu hören. Man hörte ja gar Mitsingparts heraus, aber dazu bräuchten sie endlich mal eine CD. Aber das Herausbringen dieser ist ja bekanntlich nicht so ihre Disziplin... Viel Bewegung auf der Bühne, die dem Bewegungsdran des Sängers nicht gerecht werden konnte, immer wieder stampfte er im Kreis. Gitarrist links und Bassist lassen die Instrumente fliegen (nicht ungewagt, bei der Deckenhöhe). Gitarrist rechts moshte natürlich ab was das Zeug hielt (nicht). Im Ganzen kommt der Auftritt leider nichts ganz, aber fast, an den großen Auftritt auf dem Local Derby heran.
MAINTAIN gelten als eine der besten deutschen Livebands des Hardcore-Genres. Zu Recht, wie ich erfahren sollte. Krawumms und ab geht’a! Die Brutalität der Bühnenshow war so manchem „Kämpfer“ vor der Bühne ins Gesicht und vor allem auf die umherfliegenden Gliedmaßen geschrieben. Zu diesen Tänzen kann man viel sagen, aber wenn mal jemand am Rande stehend nicht in der Stimmung ist einen Fuß ins Gesicht zu bekommen einen abkriegt ist das doch nicht im Sinne der Musik, oder doch? Ach ne, soll ja keiner verletzt werden, is’ ja nur Spaß. Zurück zu MAINTAIN. Harte Riffs, schepperndes Schlagzeug. Polternde Tempopassagen treffen auf stampfige Moshgitarren. Und der Gesang, der mich zwar persönlich störte, aber nichts desto trotz gut war.
Aus Neuseeland angereist betraten COLD BY WINTER die Clubbühne. Der erste Blick auf den kleinen Gitarristen ließ an den versprochenen Livequalitäten zweifeln, erweckte er doch nicht den Anschein, besonders Show zu machen. Holzweg. Kaum ein Ton gespielt zappelte sich genau dieser „kleine Mann“ einen ab, wie kein anderer an diesem Abend. Geboten wurde Hardcore. Rustikal aber erstklassig präsentiert. Der Trommler war schon einmal im Treff zu sehen, damals als „Backgroundsänger“ bei Sommerset. Leider leerte sich der Zuschauerraum stätig, wir bleiben trotzdem und die Zugabe gab es auch! Die Gesang überschritt meine persönliche Geschmacksgrenze natürlich um längen, aber das hielt mich nicht davon ab, von der Show fastsinniert zu sein. Ich bin gespannt auf die CD, ob dieser Stil auch ohne das unterhaltsame Gehüpfe funktioniert.
Ein gelungener Start für die Alfeld-Rockt Reihe ins Jahr 2006. Frohes neues an alle Konzertgänger. Und wer auch immer die Heckscheibe von Maintain auf dem Gewissen hat, du stinkst!
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