20.10.2011 Hannover, Musikzentrum

Emil Bulls

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Die Emil Bulls bleiben auch anno 2011 mit ihrem inzwischen sechsten Album "Oceanic" ein Phänomen in der deutschen Musiklandschaft. Oft gescholten, häufig vergessen aber konstant von ihren Fans bejubelt. "Oceanic" entert die deutschen auf Platz 16, die dazugehörige Tour ist vielerorts ausverkauft und macht heute Abend Halt in Hannovers Musikzentrum.

Während wir den Raum das erste Mal betreten spielen bereits Guns Of Monopolis. Die 2. Vorband. Sie wirken deplatziert. Rock'n'Roll trifft Metal. Irgendwo zwischen Volbeat und AC/DC. Was die älteren Köpfe nicken, die jüngeren selbige schütteln lässt. Musikalisch vorhersehbar, technisch mittelmäßig. Warum spielt hier keine Band, die die Fans der Emil Bulls abholt? Hinzu kommt ein grottesker "Vorband-Sound" mit viel Snare und wenig Gitarren. Anstrengend.

Die Fans der Emil Bulls sind ein gutes Stichwort. Hannover zeigt sich sehr vielfältig. Etwas in die Jahre gekommene Fans der ersten Stunde treffen Teenies, die von "Take On Me" noch nie gehört haben. Weder in der Emil Bulls Version von 2001, geschweige denn vom Originals von 1985.

Das Set beginnt mächtig, wie das neue Album. Intro und gleich mal die ersten 3 Songs in Reihe von "Oceanic". Das hat geknallt! Das sind die "Bulls". Wuchtig und weich. Nicht nur die Band auf der Bühne und die Fans davor, sondern auch der Sound ist wie ausgewechselt. Hier gibt es nichts zu beanstanden. Gitarrensoli kommen genauso gegen Gitarrenwände an, wie die Double-Bass das Schiff maschinenartig steuert.

Auf ganzen den Abend betrachtet fällt es gelegentlich schwer die polternden Riffs zu unterscheiden, doch spätestens bei den Refrains sind alle auf den Punkt, Sänger Christoph von Freydorf kann sein Organ – was in guter Form ist – schonen und lässt häufig das textsichere Publikum aushelfen. Highlights bilden neben den neuen Songs ("The Jaw Of Oblivion", "We Don't Belive In Ifs" u.a.) sicherlich lang vergangene Hits wie "Newborn" oder "Smells Like Rock'n'Roll". Wenn 500 Kehlen inbrünstig mitsingen kann man kaum von "ruhigen Momenten" sprechen. Und so verschwimmen heute Abend die Unterschiede zwischen harten und ruhigen Songs die auf Platte noch deutlich ins Gewicht fallen.

Schon vor dem ersten Ton wird die Band vom Publikum ähnlich laut angefeuert, wie die selben Kehlen gute 1,5 Stunden später Zugaben fordern und bekommen. Auf "Take On Me" wartet niemand vergeblich, denn die Emil Bulls sind – das dürften sie 2011 nun wirklich auch dem aller letzten Hinterwäldler bewiesen haben – alles, aber keine One-Hit-Wonder Coverband! Ein wirklich gutes Konzert von den Emil Bulls!

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Autor:

Michael Breuninger

Mehr über Emil Bulls

http://www.emilbulls.de


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