19.10.2009 Hannover, Béi Chéz Heinz

3 Feet Smaller, Templeton Pek, Tos

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Das Heinz schreibt einmal mehr besondere Geschichten. Es ist ein kalter Montagabend, es steht eine dieser Veranstaltungen an, die nicht unbedingt ein Garant für eine volle Hütte sind. Im Keller angekommen bestätigt sich diese Vermutung. Verhalten lauscht das magere Publikum den letzten Tönen von TOS.

Ein sehr sympathischen Sänger, den es gar nicht zu interessieren scheint wie viele Leute hier sind, bemüht sich seine Gegenüber zu animieren. Klappt mäßig, es ist aber ja auch noch früh. Die Musik ist farbenfroh. So wollen sie es zumindest laut ihrer Homepage verstanden wissen. Und das ist durchaus treffend. Die letzten Songs die ich hören durfte waren eine bunte (!) Mischung aus Rock, Disco, Beat und Pop. Sehr tanzbar. Dafür fehlen hier leider Leute, Stimmung und eine fortgeschrittene Uhrzeit.

Es folgen Templeton Pek aus Birmingham, die zuletzt mit Itchy Poopzkid auf Deutschlandtour waren. Einige Zuschauer waren durch Shirts eindeutig als IP-Fans zu erkennen. Hat also funktioniert. Wenn auch nicht im erhofften Umfang, denn die 50 Leute Marke wurde bei weitem nicht geknackt. Die Briten spielten ihr Set routiniert und energisch herunter. Ansagen waren noch viel weniger verständlich als die Texte der Songs. Offensichtlich spricht man in Birmingham einen fiesen Dialekt. Oder das gute Englisch vermischt sich mit Alkohol zu einem Heiße-Kartoffel-Englisch was sich einfach nicht in Worte unterteilen lässt. Fördert nicht gerade die Kommunikation zwischen Band und Publikum.

Zwar auch reichlich dialektlastig, dafür aber verständlich und auf das Publikum zugehend betraten als nächstes 3 Feet Smaller aus Wien die Bühne. Vom ersten Ton an mit einem Lächeln im Gesicht, fröhlicher Musik und aktiver Publikumsbeteiligung scheint hier einiges besser zu laufen. Ich muss gestehen bis auf die Single "Tonight" keinen Song zu kennen (wo war "Reason Unknown"? Schließlich warte ich seit dem Song auf eine Deutschlandtour der Band), deshalb kam es für mich alles verhältnismäßig eintönig und gleichgeschaltet herüber. Poppiger Punkrock mit Vorbildern in Californien, mit kratziger Stimme und Alt-Bewährtem... Man fühlt sich zu Hause. Hier weiß man was man hat könnte man beschönigend sagen. Dennoch: alle Anwesenden wurden in Bewegung versetzt, in die Show mit einbezogen (Luftgitarrencontest auf der Bühne), und einfach fröhlich unterhalten.

Hier ist niemand völlig ausgerastet, auch die Zugaberufe waren nicht so vehement wie sonst. Alles war etwas ruhig, aber nicht verhalten sondern ganz nah am Geschehen. Stadionanimationen mit Call-and Resons-Charakter funktionieren heute nicht. Dennoch ist es eine angenehm friedliche Stimmung die auch der Band zu gefallen schien. 3 Feed Smaller ließen es sich nicht nehmen immer wieder auf die Deutsch-Östereichische Hassliebe einzugehen. Das sorgte eher für Grinser als für Ärger. Also noch ein Song. Und Noch ein Song. Und noch mal tanzen. Irgendwann musste es dann doch nach Hause gehen. Nicht ausgepowert, nicht gelangweilt, möglicherweise aber auch nicht sonderlich nachhaltig unterhalten geht es wieder raus in die kalte Nacht.

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Autor:

Michael Breuninger

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