15.09.2009 Hannover, Bei Chez Heinz

Fake Problems, Blakvise

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Ein Montagabend ist nicht gerade prädestiniert für gut gefüllte Clubkonzerte. Fake Problems sind in Deutschland kein unbeschriebenes Blatt. Ihr aktuelles Album "It's Great To Be Alive" kam in der Presse gut an. Trotzdem sind sie eher ein Geheimtipp, wie die Besucherzahlen zeigten. Der Raum war schon besser gefüllt.

Support waren die Hannoveraner Blakvise. Wegen endloser Schlagzeugersuche 2009 erst so richtig in Fahrt gekommen haben sie in diesem Jahr Hannovers Läden abgegrast. Entweder wissen jetzt alle, um was für eine Band es sich hier handelt oder sie kommen aus Trägheit nicht. Viele waren es nämlich noch nicht. Nun. Blakvise sind jung, sowie ich das sehe zu großen Teilen studierte Musiker und ein Hoffnungsschimmer in der Einöde der lokalen Musiklandschaft. Nicht, dass das was sie machen etwas völlig Neues darstellt, sie bringen es nur überzeugend rüber. Es ist immer noch eine rockige Mischung aus Punk, Emo und Hardcore, aber Blakvise verpacken sie in hohe musikalische Qualität und Unverkrampfheit. Heute waren sie Opener. Manchmal bezeichnet man ihre Position als Anheizer. Das waren Blakvise heute leider nicht. Stimmung machen andere Bands. Da könnten sich Blakvise noch etwas abgucken. Aber das ist zweitrangig. Die neuen Songs die sie erstmals live präsentierten gaben eine Richtung vor, die wiederum Hoffnung macht. Einer sehr poppig, ein anderer eher vertrackt mit Takt- und Temppwechseln gespickt. Man darf gespannt sein, was da - so sagen sie es an - Ende des Jahres aus dem Blakvise-Lager kommt.

Es folgte eine typische Geheimtipp Vorstellung. Bei den ersten Tönen krochen unerwartet viele Menschen aus den Ecken des Clubs (natürlich alles relativ, war trotzdem nicht voll) und waren unerwartet nah an der Band. Dabei meine ich weniger eine räumliche Nähe, als vielmehr weit geöffnete Augen, bewegte Beine und ein inbrünstiger Applaus. Gespräche wurden mit "die find ich grad geil" abrupt beendet und die Lauscher aufgesperrt. Was Fake Problems lieferten war ist an Vielseitigkeit selten überboten worden. Punkrock, Ska, Indie, Folk, Rock, Soul... die Liste wird nicht so schnell enden aber immer mit Fake Problems unterschrieben werden. Besonders beachtlich fiel dabei Sänger Chris Farren auf. Mit einem beachtlichen Organ zwischen Hot Water Music Frontsau Chuck Ragan und Brandon Flowers von den Killers berührte er vom ersten bis letzten Ton. Auch hier kommt das Prädikat unverkrampft ins Spiel, denn diese 4 Amis spielten ein ausgelassenes Set. Zuschauer, die die Platten kennen konnten sich einfach in die Songs fallen lassen, so fühlte es sich an. Neulinge mussten schon hinhören, konnten sich aber auch - wenn auch vielleicht nur für eine Nacht - begeistern lassen. Eine sehr angenehme Atmosphäre musste zwar auch einmal enden, konnte jedoch in die Nacht hinaus getragen werden.

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Autor:

Michael Breuninger