Nintendo Wii
Wo die wilden Kerle wohnen
Die Geschichte der Videospielumsetzungen von Filmvorlagen ... oha, da gibt es wenige Positivbeispiele. Zumeist hatte man eher das Gefühl, dass da mal schnell irgendein Spielprinzip mit der jeweiligen Filmlizenz überpinselt wurde und dann ab damit auf den Markt. Bei „Wo die wilden Kerle wohnen“ haben wir es nun mit der Videospielumsetzung der Filmumsetzung eines Kinderbuches zu tun. Ob die zusätzliche Ebene dem Vorhaben gut tut? Mal schauen.
Eines der zentralen Probleme, sowohl für Film als auch für das Spiel, ist der geringe Umfang des Originals. Gerade einmal wenige hundert Worte reichen dem Buch aus, seine Geschichte zu erzählen. Nicht viel, für einen Film, zu wenig für ein Spiel. Der einzige Ausweg führt also über eine eher freie Interpretation der Vorlage mit reichlich neuen Elementen, die das Original nicht kennt.
Und genau da liegt dann auch der Hase im Pfeffer: natürlich geht es in „Wo die wilden Kerle wohnen“ für die Wii um Max und um seine Erlebnisse auf der Insel der wilden Kerle. Die Handlung als solche hat dann aber mit dem Buch wenig bis nichts gemeinsam. Max muss die Insel erkunden, gegen Käfer und Insekten kämpfen und schließlich den wilden Kerlen gegen den dunklen Schleim zur Seite stehen.
Der Spieler steuert Max dabei mit der bekannten Wiimote-und-Nunchuk-Kombination durch lineare Jump'n'Run-Level. Hin und wieder müssen bestimmte Gesten mit der Controller-Kombi durchgeführt werden, z.B. um Max einen wilden Tanz aufführen zu lassen. Die Steuerung ist in Sachen Layout auf jeden Fall ok und die Befehle werden päzise im Spiel umgesetzt. Schonmal gut.
Die Grafik ist für eine Spieleumsetzung in Ordnung, allerdings weit davon entfernt, ein Glanzstück zu sein. Die Charaktere aus dem Film sind recht hübsch modelliert, die Umgebung sieht nett aber auch recht unspektakulär aus. Hin und wieder kommen die Texturen etwas verwaschen rüber.
Soundtechnisch ist alles im grünen Bereich.
In Sachen Umfang kann man von ca. 6-8 Stunden Spielzeit ausgehen. Der Schwierigkeitslevel ist ok, sollte es einmal zum Ableben von Max kommen, springt das Spiel einfach an den letzten erreichten Speicherpunkt und ab geht’s mit dem nächsten Versuch. Das Spiel zielt auf ein eher junges Publikum und das merkt man natürlich.
Neben eben jenem Zielpublikum (a.k.a. Kids ab 12) sollten vor allem jene, die in ihrer Jugend das Buch geliebt haben (und da dürfte es eine Menge Leute geben) mal einen Blick auf „Wo die wilden Kerle wohnen“ werfen. Das Spiel ist sicherlich kein Toptitel, macht aber auf jeden Fall ein paar Stunden Freude.
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Autor: Stephan Möller
Konsole: Nintendo Wii






