Mad Circus - Eine Ballade von Liebe und Tod
Regisseur Álex de la Iglesia sollte inzwischen bekannt sein. Mit Filmen wie „Perdita Durango“, „Ein ferpektes Verbrechen“ oder „Aktion Mutante“ hat er sich eine Fangemeinde geschaffen, die schon ein wenig breiter ist als Genre-Fans. MAD CIRCUS – EINE BALLADE VON LIEBE UND TOD ist sein neuester Streich, und hiermit hat er auch das Potential, den Massenmarkt zu erreichen, auch wenn dieser sich sicherlich aufgrund der grotesken Art und der ausufernden Brutalität des Films teilweise erschrocken abwenden wollen würde.
Javier (Carlos Areces) heuert als trauriger Clown in einem Zirkus an. Er folgt damit der Tradition seines Vaters, der vor Jahren von den Faschisten unter den Franco-Anhängern vor seinen Augen getötet wurde. Ebenfalls im Zirkus ist der lustige Clown Sergio (Antonio de la Torre), der nicht nur ein ausgeprägtes Alkoholproblem hat, sondern zudem zügellos gewalttätig und sadistisch. Es ist ihm ein großes Vergnügen, Javier nicht nur in der Manege zu demütigen. Zu allem Überfluss verliebt sich Javier auch noch in die hübsche Trapezkünstlerin Natalie (Carolina Bang), die mit Sergio zusammen ist, Javier aber deutlich macht, dass sie sich durchaus für ihn interessiert, aber Angst davor hat, Sergio zu verlassen.
Als Javier die beiden bei einem brutalen Liebesakt in flagranti erwischt, verletzt er Sergio lebensgefährlich und flüchtet danach. Zu seinem Entsetzen hält Natalie aber zu ihrem Peiniger, und somit hat sich Javier nicht nur einen Feind gemacht, sondern scheinbar auch die Liebe seines Lebens verloren…
Mehr wollen wir an dieser Stelle nicht verraten, denn die Gewaltorgie, die darauf folgt, sucht ihresgleichen. Selbstzerstörung und Hoffnungslosigkeit sind die Dinge, die Javiers weiteren Weg pflastern, und natürlich kann es bei einem solchen Film kein Happy End geben.
Ganz genau kann ich nicht sagen, was das Beeindruckendste an diesem Film ist: die Bildgewalt, der tiefschwarze Humor, die Charakterdarstellungen von Areces und de la Torre, oder aber die gesamte irrwitzige Geschichte, die wie ein makabrer Alptraum wirkt, der für alle Beteiligten erschreckende Realität geworden ist.
Dass sich Álex de la Iglesia bei seiner Darstellung der grotesken Clowns von aktuellen Batman-Filmen und Steven Kings „Es“ inspirieren lässt, sollte man nicht als stumpfes Plagiat betrachten, sondern wohl eher als Verbeugung vor ebendiesen Filmen.
Wer bei den bisherigen Filmen des Regisseurs seinen Spaß hatte, der wird auch hier voll bedient. MAD CIRCUS – EINE BALLADE VON LIEBE UND TOD ist sicherlich wieder eine Auslotung der Grenzen zur Gewaltverherrlichung, spielt hierbei aber in einer ähnlich unterhaltsamen Liga wie „Sin City“, und der Film ist ja durchaus schon fast Mainstream.
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Autor: Matthias Dziony
Mehr zu Mad Circus - Eine Ballade von Liebe und Tod
http://www.kochmedia-film.de/blu-ray/details/view/film/mad_circus_eine_ballade_von_liebe_und_tod_blu_ray-1/Veröffentlicht von: Koch Media
Release am: 27.04.2012






