17.01.15 Interview mit Dust Bolt @ Trivoli Bremen

Dust-BoltWir waren am 17.01.2015 in Bremen auf der „Inked In Blood Tour„. Und das nahmen wir zum Anlass und haben uns mit Lenny von Dust Bolt im Backstage getroffen um ihm ein paar Fragen zu stellen. Dust Bolt sind momentan eine der angesagtesten Trash-Metal Bands des vergangenen Jahres. Dies wird sich auch 2015 nicht ändern. Was uns ein sichtlich entspannter Lenny so zusagen hatte, lest ihr hier.

1) Bitte stell dich und deine Band in wenigen Worten vor

Wir sind Dust Bolt – Trash Metal Band aus der Nähe München. Wir sind jetzt gerade auf Tour unterwegs mit Obituary. Heute ist der dritte Tag – Bremen. Die ersten beiden Tage waren richtig geil. Essen war der erste Tag, gestern waren wir in Holland. Heute soll auch wieder richtig cool werden!

2) Ihr macht gemeinsam seit 2006 Musik. Alles begann als Schülerband mit dem spielen von Punkcovern. Den Einfluss hört man heute noch. Ist aber eher untypisch oder?

Naja, ich finde das ist gar nicht mal so untypisch. Bei uns hat sich das irgendwie so entwickelt. Wir waren 13/14 und haben Punk gehört und was man sonst so in die Finger gekriegt hat. Und irgendwann hat halt mal einer einem so eine Slayer-Scheibe in die Hand gedrückt und dann kam das Ganze irgendwie in noch aggressiver und dann kam der Metal so. Wir haben auch nie gesagt, wir wollen mal das oder das machen oder eine Trash-Metal Band werden, das ist halt irgendwie so entstanden.
– also völlig zwanglos?
Ja total! Wir haben halt gemerkt da haben wir Bock drauf, da fühlen wir uns wohl. Aber so ein bisschen ist jeder von uns im Herzen noch ein kleiner Punker oder HC’ler. Das bringen wir auch manchmal noch mit rein.

3) Wenn man solange zusammen Musik macht und viele Shows spielt über Jahre, geht man sich nicht irgendwann mal auf die Nerven ?

Nee, das Gute ist, dass haben wir alles schon hinter uns, habe ich das Gefühl. Die ganzen schlimmen Phasen während der Pubertät und die ganzen Zofferein war alles schon. Nee, inzwischen hängen wir auch, wenn die Tour vorbei ist, den nächsten Tag wieder zusammen rum. Unser Drummer und ich wohnen im gleichen Haus. Wir sehen uns jeden Tag. hängen in der Freizeit zusammen rum. Im Grunde machen wir alles zusammen.

4) Bereits eure Demo „Chaos Possession“ räumte direkt beim Metal Hammer ab. War euch an diesem Punkt klar wo die Reise hingeht?

Wir haben immer Schritt für Schritt gemacht, immer geguckt , dass wir das nächste Ziel erreichen. Damals war es halt so: Erstmal eine Demo aufnehmen, damit man was in der Hand hat. Dann war es natürlich geil, als Metal Hammer dann gesagt hat, Demo des Monats. Da waren wir vielleicht 16 / 17 Jahre und das war dann geil zu hören, nicht nur wir haben Bock, sondern anscheinend haben auch andere Bock auf das was wir machen und finden das auch gut. Klar, das gibt einem schon noch einen Motivationsschub, dass man irgendwie weiß, okay das geht in die richtige Richtung. Für die erste Demo, war das natürlich das beste Feedback.

5) Wie kam es zu eurer Teilnahme an den Wacken Metal Battles?

Ich weiß gar nicht mehr wie das gekommen ist. Wir haben uns da irgendwie angemeldet. Dann hatten wir einen Vorentscheid und sind da einfach hingefahren, haben gesagt „Hey, wir wollen da einfach jetzt richtig reinhauen und gucken was geht“ Haben den dann quasi gewonnen und sind dann auf Wacken gekommen. War natürlich super geil für uns in dem Moment, allein, dass da steht, dass du irgendwie Wacken Metal Battle gespielt hast, macht natürlich auch was her, auch für andere Leute, die auf einen Aufmerksam werden. Labels werden aufmerksam. Dann sehen halt alle Leute – Okay die Jungs kann man unter Umständen vielleicht ernster nehmen. Und in der Hinsicht, hat uns das echt viel gebracht.Und die Erfahrung war krass, das war damals das Erste mal, dass wir auf so einer großen Bühne gespielt haben. Der Gig war wahrscheinlich furchtbar, es gibt ein Video aber wir haben uns das nicht angeguckt.

6) Mit dem gewinnen der Battles durftet ihr nach Wacken und auf die große Bühne. Würdet ihr sagen das war euer größter Moment als Band?

Schwer zu sagen, dass kann man irgendwie nicht so festmachen, was irgendwie der größte Moment war. Es gab so viele kleine Momente. Aber klar, zu dem Zeitpunkt war das total krass für uns. Aber inzwischen gab es viele Momente die gar nicht mal mit so einem riesen Festival zusammenhängen, sondern wenn mal irgendein Idol von dir – so wie mit Obituary – die haben uns ja auf auch auf die Tour geholt – der Drummer schaut sich jede Show von uns von der Seite an und filmt und kennt unsere Songs. Da sind halt so Sachen, wo du als Kind noch das Poster hängen hattest. Und wenn dann irgendwelche Helden von dir sagen „Hey coole Show“.

7) Napalm Records winkte nach dem Gewinnen des finalen Battles in Wacken mit einem Plattenvertrag. Jackpot?

Der Plattenvertrag war gar nicht von Wacken abhängig. Aber natürlich sind wir danach ins Studio gegangen und haben auf eigene Faust das erste Album aufgenommen. Und damit sind wir dann rausgegangen und haben gesagt, hier wir waren bei den Metal Battles , haben ein Album , wer will uns, wer hört uns – sowas in der Art.

8) Napalm Records stand 2007 in der Kritik, dass sie NS Bands vertreiben würden. Heute sind keine der besagten Bands mehr zu finden. Metal wird oft als unpolitisch bezeichnet. Würdet ihr das so unterschreiben?

Mhja, das ist schwer zu sagen, ich finde die Szene ansicher ist eher unpolitisch.weil die Metalszene n Haufen aus gemischten Leuten ist, was ich auch wirklich cool finde. Ist ja nicht so wie die Punk-Szene,die sich mit einer politischen Einstellung identifizieren. Aber ansich denke ich, finde ich also ich würde das so nicht unterschreiben, dass Metal nicht politisch sein soll. Ich würde sagen, auch wir haben mit gewissen Texten – etwas politisches zu sagen. Also es ist eher eine Definitionsfrage. Ich denke, wenn du irgendwie einen Anti Kriegs Song hast oder wenn du irgendwelche sozialen Missstände anklagst, dann ist das auch auf eine gewisse Art und Weise politisch. Und das finde ich auch gut – Wir sind so, dass wir Befürworter sind von Texten die ein bisschen tiefer gehen und was mich eben oft stört, ist quasi , dass viele Bands die eine Gewisse Aufmerksamkeit haben, lfter Mal Messages rauslassen sollten.

9) Letztes Jahr kam euer zweiter Longplayer „Awake The Riot“ auf den Markt. Viele in meinem Bekanntenkreis sagen es ist eine DER Trash-Scheiben im vergangen Jahr. Die Pressestimmen sind auch durchweg positiv. Was bedeutet euch die Scheibe?

Ja, viel! Die Scheibe war für uns jetzt nochmal ein riesen Sprung. Das war auch letztendlich der Schritt von diesem Status: Newcomer Band – Debütalbum – nochmal ein zweites hinterher feuern konnten, und eben das kam dann auch nochmal gut an und uns haben die Leute dann auch ernster genommen und sich mehr mit der Band beschäftigt. Seitdem haben wir richtig viel Live gespielt, Headliner Shows gespielt in den Städten wo wir so noch nicht waren.Seitdem Release läuft es für uns richtig gut als Band und wir sind mega happy und wir haben auch eine Fanbase auf die bauen können. Wir können jetzt mit Videos, mit Merch machen worauf wir Bock haben. Es kommt immer was zurück wenn wir was machen und das ist mega cool.

10) Welche 3 Dinge sind auf Tour unverzichtbar für euch?

1) Ingwer (lacht) weil das ist das Beste wenn man krank ist oder sich schlecht fühlt finde ich. Im Winter passiert es halt mal schnell.
2) Ich als Sänger hab irgendwie noch so eine kleine Sängerapotheke mit, falls ich mal Heiser bin.
3) Wir haben immernoch eine Akustikgitarre dabei, und so eine Mundflöte. Im Party zustand jammen wir dann ganz gerne mal und singen paar alte Spice-Girls Lieder.

11) Das letzte Wort habt ihr.

Ja, dann sage ich Danke für das Interview und freue mich auf die Show heute Abend. Wir sind das erste Mal in Bremen und ich habe gehört. Dass viele Leute kommen. Der Rest der Tour wird bestimmt auch richtig cool. Viele Leute treffen – Leute kennenlernen.

Inked in Blood Tour

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